In der Mitte der 50er Jahre machten sich einige Mitglieder der Kolpingsfamilie Lendringsen Gedanken, die Jugendarbeit zu intensivieren. Mit Hilfe einiger Spender und einem Zuschuss der eigenen Kasse konnten 6 Fanfaren und 2 Landsknechttrommeln angeschafft werden. Einige Jugendliche wurde für das Erlernen der Instrumente gewonnen und unter sachkundiger Leitung ein kleines Repertoire zusammengestellt. Bei zwei Pfarrfesten gab es Gelegenheit zu musizieren, dann jedoch ging man auseinander, die Instrumente verschwanden wieder auf dem Dachboden.
Im Herbst 1962 stieß ein früheres Mitglied dieser Musikgruppe, Heinz Küper, auf offene Ohren, als er die Neugründung eines Fanfarencorps anregte. Es fanden sich Lehrlinge und Schüler, die bereit waren, sich an Fanfaren und Trommeln zu versuchen und das Spiel zu erlernen. Der Winter verging und die Anwohner des Jugendheims am Bieberberg wurden Zeugen, wie mit jedem Montagabend der Klangkörper wuchs. In bescheidener Grösse, mit zehn Musikern, war man dann im Sommer 1963 soweit, das Erlernte einer größeren Öffentlichkeit vorzuführen. Der Bürger- und Schützenverein Lendringsen verpflichtete die Gruppe zur Teilnahme am Festzug in der Lürbke. In den folgenden Jahren ging es zügig voran. Hatten die Musiker anfangs noch dunkle Hosen und weiße Hemden an, einigte man sich 1965 darauf, mit einem Zuschuss der Kolpingsfamilie und dem angespartem Geld einheitliche Jacken zu kaufen. Die Diözesanleitung des Kolpingwerks gab zu mehreren Anlässen Gelegenheit, über den heimischen Raum hinaus vor fremdem Publikum zu musizieren und nach und nach lernte man musikalisch die Umgebung bis Paderborn und Köln kennen. Seit 1964 werden Königspaare und Schützenbrüder jeden Schützenfestmontag in Lendringsen von den Fanfaren zeitig geweckt. Hinzu kamen weitere Verpflichtungen von anderen Schützenvereinen. Für die närrische Session 1968/69 bat die Mendener Karnevalsgesellschaft Kornblumenblau für ihre Sitzungen und andere Veranstaltungen um Mitwirkung des Fanfarencorps.
Die Trommlergruppe erweiterte sich durch den Zukauf von großer Pauke, Becken und Rührtrommeln. Trompeten und Posaunen übernahmen die Melodiestimme. Fanfaren und Plesshörner begleiteten mit dem Sousaphon und der Lyra immer neu entdeckte Melodien. Selbst tagesaktuelle Schlager und Volkslieder blieben keine Seltenheit mehr. Auch international konnte sich das Fanfarencorps profilieren. Mehrere Male war der FCK in Air-sur-la-Lys, um beim Wurstfest mitzuwirken. Zum 25 jährigen Jubiläum wurde die erste Langspielplatte aufgenommen und im Mai 2000 erschien die erste CD. Weiterer Höhepunkt war im Dezember 2001 ein Auftritt im Südwestfalenfenster des WDR-Fernsehens.
Am 5. Oktober 2002 feierte das Fanfaren-Corps Kolping Lendringsen sein 40jähriges Bestehen. Begonnen wurde das Fest mit einem Freundschaftstreffen, an dem 14 befreundete Gastvereine ihr musikalisches Können zu Gehör brachten. Am Abend folgte dann ein Unterhaltungs- und Showabend,der den vielen Gästen sicherlich noch in guter Erinnerung sein wird. Bei den vielen Verpflichtungen im Laufe des Jahres, ca. 35 Auftritte, kommt die Kameradschaft nicht zu kurz. Tagesfahrten und Reisen mit der ganzen Familie nach Südtirol, Ringelei, Wertach und Teisendorf werden in regelmäßigen Abständen wiederholt. Schon seit den Anfängen des FCK wird großer Wert auf das Heranbilden von Nachwuchsbläsern und -trommlern gelegt. Jeweils montagsabends vor dem normalen Übungsprogramm ist für Neulinge Gelegenheit, das Spielen eines Instrumentes zu erlernen. Ohne Nachwuchs ist Kontinuität der Arbeit nicht denkbar, da von Fall zu Fall bei manchem das Interesse nachlässt, oder berufliche Pflichten keine Zeit mehr für die Mitgliedschaft lassen. Manche Familien wirken mittlerweile sogar in der zweiten Generation mit. Zur Zeit besteht das Fanfarencorps aus 40 aktiven Musikern. Wer Interesse hat beim FCK mitzumachen ist jederzeit herzlich eingeladen.
Die Übungsabende finden jeweils montags von 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr in der Schützenhalle Böingsen statt.